Folge 02

Autoscheibe innen reinigen ohne Schlieren

Außen ist die Scheibe schnell sauber. Innen wird sie bei den meisten nie richtig klar. Du wischst, es sieht gut aus, und beim nächsten Gegenlicht siehst du einen milchigen Schleier über der ganzen Fläche. Das hat einen Grund, und es liegt nicht an deinem Reiniger.

Joshua Ender 5 Min. Lesezeit

Was dieser Belag eigentlich ist

Auf der Innenseite der Windschutzscheibe bildet sich mit der Zeit ein Film, der bei Lichteinfall milchig aussieht. Das sind keine Fingerabdrücke und auch kein normaler Staub.

Der größte Teil davon stammt aus dem Armaturenbrett. Kunststoff, Leder, Kunstleder und andere Materialien im Innenraum gasen aus. Diese Dämpfe schlagen sich an der kältesten Fläche nieder, und das ist meistens die Scheibe.

Dazu kommen Atemluft, Nikotinrückstände falls geraucht wird, und alles, was sich durch die Lüftung verteilt.

Das Ergebnis ist eine hauchdünne, aber erstaunlich hartnäckige Fettschicht. Die sieht man bei normalem Licht kaum. Erst wenn die Sonne flach reinscheint oder ein Fahrzeug entgegenkommt, zeigt sie sich als milchiger Schleier.

Warum du mit normalem Wischen Schlieren bekommst

Das Problem liegt nicht am Reiniger. Das Problem liegt an der Arbeitsweise.

Wenn du mit einem einzelnen Tuch versuchst, den Film wegzuwischen, passiert Folgendes: Der Reiniger löst das Fett an. Das Tuch nimmt einen Teil auf und verteilt den Rest auf der Scheibe. Du wischst im Kreis, bis das Tuch gesättigt ist. Danach schiebst du die Fettschicht nur noch hin und her.

Das Ergebnis sind Schlieren in Wischrichtung. Die sehen bei bestimmten Lichtverhältnissen sogar schlechter aus als der ursprüngliche Belag.

Was du brauchst

  • Einen Glasreiniger, am besten ohne Zusätze wie Glanzgeber
  • Zwei Mikrofasertücher, beide sauber und trocken

Zwei Tücher. Das ist der Knackpunkt. Wer mit einem arbeitet, arbeitet sich nur müde.

So geht's

Nicht in der Sonne arbeiten

Wenn die Scheibe warm ist, verdunstet der Reiniger zu schnell. Das Fett löst sich an, aber du hast keine Zeit, es abzunehmen. Stell das Auto in den Schatten oder warte, bis es abgekühlt ist.

Reiniger sparsam auftragen

Ein, zwei Sprühstöße reichen für einen Abschnitt. Es soll dünn auf der Scheibe sein, nicht runterlaufen. Wenn es tropft, hast du zu viel.

Erstes Tuch: den Film runterholen

Wisch mit dem ersten Tuch über die Fläche. Das Ziel ist nicht, perfekt zu polieren, sondern den angelösten Dreck aufzunehmen.

Du merkst schnell, wann das Tuch aufhört zu arbeiten. Wenn sich die Schlieren vermehren statt weniger werden, ist es Zeit für das zweite Tuch.

Zweites Tuch: auspolieren

Das zweite Tuch ist trocken und sauber. Damit gehst du über dieselbe Fläche und polierst die letzten Reste aus.

Arbeite in geraden Bahnen, nicht kreisförmig. So siehst du besser, wo du schon warst und wo noch Streifen sind.

Ecken nacharbeiten

Die Ecken an der A-Säule und die Kante am Armaturenbrett sind am schwierigsten zu erreichen. Da bleiben oft Reste. Einmal gezielt drübergehen, dann passt es.

Der Gegenlicht-Test

Nach dem Polieren stellst du dich so hin, dass Licht schräg über die Scheibe fällt. Entweder Sonne oder eine Lampe.

Bei diesem Winkel siehst du sofort, wo noch ein Schleier ist. Das ist der einzige verlässliche Test. Frontal sieht alles sauber aus, aber schräg zeigt die Wahrheit.

Die häufigsten Fehler

Nur ein Tuch. Der Klassiker. Das Tuch nimmt den Dreck auf und verteilt ihn dann wieder.

Zu viel Reiniger. Tropfen auf dem Armaturenbrett, Schlieren an der Scheibe, unnötige Arbeit.

In der Sonne. Der Reiniger trocknet an, bevor er wirken kann.

Reiniger mit Glanzgebern. Die hinterlassen selbst einen Film, der dann beim nächsten Gegenlicht sichtbar wird.

Zeitungspapier. Der Trick aus den Achtzigern. Funktioniert theoretisch, aber Druckerschwärze ist ein Risiko und moderne Mikrofasertücher sind besser.

Und die anderen Scheiben?

Die Seitenscheiben und das Heckfenster funktionieren genauso. Bei der Heckscheibe musst du nur aufpassen, dass du die Heizdrähte nicht zu fest angehst. Sanfter Druck reicht.

Außenseiten sind einfacher, weil du nicht in den engen Innenraum greifen musst. Aber auch da gilt: zwei Tücher, wenig Reiniger, nicht in der Sonne.

Wenn du es lieber machen lässt

Eine einzelne Scheibe ist keine große Sache. Wenn aber der ganze Innenraum versifft ist und die Scheiben nur der Anfang wären, sieht es anders aus.

Wir sitzen in Bornheim und arbeiten im Raum Bonn, Erftstadt und Euskirchen. Wenn du eine komplette Innenreinigung brauchst, schick uns ein Foto, dann sagen wir dir, was Sache ist.

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